Ferien in herrschaftlichen Villen an den Strandpromenaden von Usedom

Der Name des Ostseebades Heringsdorf auf der Insel Usedom soll auf den Hohenzollernprinzen Friedrich Wilhelm zurückgehen. Dieser besuchte im Jahre 1820 die bis dahin namenlose Fischerkolonie. Als ihm die Frage gestellt wurde, welches der geeignete Namen für das Dorf sein könnte, zeigt sich der Prinz recht verlegen. Angesichts der vielen Fischerleute und Heringsfässer um ihn herum, entschied er sich spontan für Heringsdorf. Schon kurze Zeit später kamen die ersten Gäste und bezogen die drei neuen Logierhäuser. Eines von diesen, das Weiße Schloss, gibt es noch immer.

Heute ist Heringsdorf der modernste Badeort auf der Insel Usedom und besteht eigentlich aus mehreren ineinander übergehenden Einzelorten. Es sind die drei Küstenörtchen Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck, die als Kaiserbäder bezeichnet werden. Einmalig in der Bundesrepublik Deutschland ist die lange gemeinsame Strandpromenade.

Weitgehend sind die alten Gebäude in ihrem Erscheinungsbild erhalten und mit großer Detailgenauigkeit restauriert worden. Früher entstandene Baulücken wurden durch neue Gebäuden, deren Bauweise dem Umfeld angepasst ist, geschlossen. Dadurch ergibt sich heute ein homogenes Gesamtbild. Außergewöhnliche Abweichungen von der typischen Bauweise der Bädervillen sind aber ebenfalls anzutreffen.

Die Vielfalt der insgesamt acht Kilometer langen Promenade drückt sind in schlanken und bis zweigeschossigen Holzbauten ebenso aus wie in den vereinzelten Jugendstilfassaden an anderen Gebäuden aus. In diesen Teils historischen Bauwerken sind heutzutage oftmals Ferienwohnungen, Apartments und Hotels zu finden. Doch nicht alle Urlauber können in unmittelbarer Strandnähe ihr Quartier nehmen. Viele Gäste beziehen lieber eine der zahlreichen Ferienwohnungen im Hinterland von Usedom. Von hier aus lassen sich bequem Ausflüge sowohl in die ruhige Natur unternehmen, aber auch der Trubel des Strandlebens genießen.

Heringsdorf ist jedoch nicht die einzige Strandpromenade auf Usedom. Das Ostseebad Zinnowitz verfügt über einen ebenso eindrucksvollen Küstenbaustreifen mit der typischen Bäderarchitektur.

Den Kaiserbädern ähnlich sind die zweite und dritte Baureihe der Häuser, sowie das direkte Erreichen der Promenade über die wichtigsten Zugangsstraßen. Doch nicht nur in den Bäderzentren finden sich derartig Villen. Auch in den kleineren Seebädern der Insel sind solche prachtvolle und liebvoll renovierte Bauten zu bestaunen.

Autor: Dr. Reinhard Patzschke
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