Die Münzprägung

Die Euromünzen wurden in der Berliner Prägeanstalt: Staatliche Münze Berlin geprägt. Urkundlich erwähnt wird die Prägestelle erstmal im April 1280. Damals galt es noch, die Münzen mit Manneskraft zu prägen, während dafür heute Maschinen zuständig sind.

Die Münzprägung verläuft seit zweitausend Jahren im Prinzip immer gleich. In einen Unterstempel wird ein Bildnegativ eingraviert. Dieser Unterstempel wird auch als Avers oder Münzvorderseite bezeichnet. Diesen befestigte man nun in einem Amboss oder einem Holzblock. Ein Stück Metall wurde auf den Stempel gelegt, mit einem so genannten Festhaltemeißel festgehalten und mit einem Hammer in den Stempel gehämmert. Da sich auf dem Festhaltestempel ebenfalls eine Gravur befindet, wird diese nun automatisch auf der Rückseite der Münze, auch Revers genannt, eingedrückt. Fertig ist eine Münze.

Bei den großen Münzen und Medaillen erwies sich diese Technik als recht schwierig. Die Schmiede konnten die dafür nötige Kraft nicht aufbringen. So wurden allerlei Pressen erfunden, doch am Ende setzte sich die Spindelpresse durch.
Dabei wird der Oberstempel auf das Metall – in Fachsprache auch Schrötling genannt – und den darunter befindlichen Unterstempel gesenkt. Der Prägedruck wurde so erzeugt, dass die Kraft auf die Spindel durch eine doppelarmige Schwingachse übertragen wurde.

Mittels Zugriemen, die je nach Größe der Presse von zwei bis zwölf Mann gezogen wurden, wurden die Schwungarme, an denen schwere Schwunggewichte hingen angestoßen. Durch diesen Schwung war die Senkung des Oberstempels so stark, dass gute und deutliche Prägungen erzielt werden konnten. Auch war es möglich, dass mehrere Münzen auf einmal durch diese Technik hergestellt werden konnten.

Heutzutage erledigen Maschinen den Kraftaufwand, den damals die Männer aufbringen mussten, und können so noch mehr Münzen auf einmal prägen, doch das Prinzip mit Ober – und Unterstempel ist dasselbe.