Das Aquarellzeichnen - eine Einführung
Der verwendete Farbstoff wird aus Pigmenten und Bindemittel gewonnen, ist in Wasser lösbar und wird feucht mit dem Pinsel auf den jeweiligen Bildträger dieser Dekoration, meistens Papier, aufgetragen. Dadurch entstehen transparente Farbschichten. Häufig wird auch der weiße Untergrund durch weggelassene Bemalung zur Bezeichnung der hellsten Stellen herangezogen. Bei der Übereinanderlegung der einzelnen Farbschichten sollte man darauf achten, dass die erste Farbschicht komplett durchtrocknet ist. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch die Nass-in-Nass-Technik mit sehr weich ineinander übergehenden Farbnuancen.
Bereits im historischen Ägypten gab es die Aquarellmalerei. So sind die auf Papyrus illustrierten ägyptischen Totenbücher des 2. Jahrtausends vor Christus hauptsächlich Aquarelle. Aber auch auf den mit Gips verputzten Wänden der Grabkammer wurde oft mit Aquarellfarben gearbeitet – sie ersetzten bemalte Reliefs.
Im selben Zeitraum wurden auch im östlichen Asien zahlreiche Arbeiten von aquarellistischer Art durchgeführt, so gestaltete man mit Leim-Wasserfarben etwa Fächer und Rollbilder. Neben der vorherrschenden Deckfarbentechnik wurde damals auch das lasierende Malen praktiziert. Bis in die Gegenwart ist die Pinsel- und Wasserfarbenmalerei in China, Japan und Korea eine große Selbstverständlichkeit. Sehr bekannt sind die auf Seide oder Papier gemalten monochromen Pinselzeichnungen in der Nass-in-Nass-Technik, wie zum Beispiel einige chinesische Landschaftsbilder.