Porzellan und Glas- zwei ähnliche Geschichten
Dennoch verbreitete sich dieses Wissen sehr langsam in Europa. Erst im 16. und 17. Jahrhundert ließen sich Glasmacher in den böhmischen Wäldern nieder, da es hier den günstigen Brennstoff Holz im Überfluss gab, um genug Energie zu gewinnen, damit Glas geschmolzen werden konnte. Hier beginnt zum Beispiel auch die Geschichte des Familienunternehmens Riedel Porzellan, die 1756 mit einer Wald-Glas-Hütte in Böhmen begannen. Glas wird aus Soda, Quarzsand und Kalk ( Sand, Bleioxid, Soda, Pottasche um genau zu sein) hergestellt.
Diese Komponenten werden sehr fein gemahlen und gut vermischt. Im Schmelzofen wird dann das gemahlene Pulver bei 1600° C geschmolzen. Diese Schmelze wird dann auf ca. 1000°C abgekühlt, damit es geformt werden kann.
Das bekannteste Glas ist wohl das Glas, das im Blasverfahren hergestellt wird, eben für Trinkgläser zum Beispiel aus Bleikristall. Das flüssige Bleikristall hat im Schmelzofen auf eine Arbeitstemperatur von 1100°C gebracht. Um den Glaskelch zu fertigen wird eine Glasblase ( Külbel) auf ein Metallrohr, die Glasmacherpfeife aufgebracht. Dann wird das Glas mit Hilfe eines Holzes (Wulgerholz) unter ständigem Drehen vorgeformt. Der Kelch wird dann über das Metallrohr in eine Form geblasen. Aus dem überflüssigen und noch flüssigen Glas wird der Stiel gezogen. Gegebenenfalls wird noch flüssiges Glas angesetzt. Zum Schluss wird die Bodenplatte mit der Bodenschere und dem Bodenbrett gefertigt und dann das fertige Glas vorsichtig abgekühlt.